„Remember me“ aus dem November 2012






Ein Gottesdienst – geprägt durch den Wechsel von lyrischen und sehr persönlichen Texten, Briefen und Solo-Musik.
Leiser, ruhiger, meditativer als so manch einer unserer Gottesdienste vorher.
Mit einer sehr bewegenden Kerzenaktion und dem ersten Versuch, Text und Musik ineinander zu verweben (Offenbarung und „Gladiator“-Soundtrack)
Hier unser Gottesdienst :





Ich begrüße Sie alle herzlich zu unserem heutigen Gottesdienst.
In ihm wird es um Abschiede und Erinnerungen gehen.
Im Laufe unseres Lebens gibt es so manche Abschiede.
Zum Beispiel, wenn sich Wege zwischen guten Freunden oder Bekannten trennen oder auch wenn jemand stirbt, der mir ganz wichtig ist.
Auch der Abschied von einer Schule fällt manchen schwer.
Die Erinnerung an all die guten Momente aber bleibt.
Natürlich gibt es auch negative Momente im Leben.
Und es ist wichtig, dass man sich an sie erinnert,
da man ja auch aus Fehlern lernt.
Und dann gibt es auch noch manche Abschiede, die nur vorübergehend sind.
Und wie wichtig ist es dann, sich gemeinsam an frühere Zeiten erinnern zu können und weitere schöne Momente im Leben zu sammeln.
Ich hoffe, dass Sie sich auch an diesen Gottesdienst lange erinnern werden.
Wir feiern ihn im Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen
(Angelika)

Gebet                                                                

Abschied nehmen müssen fällt schwer, Gott.
Abschied von einem Menschen,
der uns viel bedeutet hat und den wir geliebt haben.
Abschied von einem Ort, der uns zur Heimat geworden ist
Und mit dem wir viele Erinnerungen verbinden.
Abschied von einem Gedanken,
der uns mit großen Hoffnungen erfüllt hat
und mit dem wir viele Erwartungen verknüpft haben.
Wir bitten dich, Gott,
Hilf uns, dass wir hinter den Abschieden unseres Lebens
neue Wege entdecken,
neue Möglichkeiten finden,
neue Freiheiten wahrnehmen.
Richte unseren Blick nach vorn
und mache uns empfänglich für alles Neue,
was du für uns bereithältst,
wenn wir das Gewohnte aufgegeben,
das Vertraute losgelassen
und das Belastende niedergelegt haben.
Amen


Es verletzt mich so sehr dich zu verlieren
Abschied nehmen zu müssen von unserer Freundschaft
Es tut weh zu wissen,
ich könnte bei dir sein, hätte ich nur den Mut
es müsste nicht so schmerzhaft sein, hätte ich nur die Kraft
es hätte alles anders ausgehen können, hätte ich nur vertraut.
Aber ich habe nicht die Kraft, den Mut, das Vertrauen
Ich muss loslassen,
dich loslassen
dich fortgehen lassen und vertrauen
dich in guter Erinnerung behalten,
doch es ist so schwer, denn der Schmerz sitzt so tief.
Aber ich weiß, irgendwann werde ich Abschied nehmen
Loslassen
Dich loslassen
Doch wann?
Wann werde ich dafür stark genug sein?
Wann dafür die Kraft haben?
Wann?
(Krista)
 
Ich knie vor dir
Vor dem was dafür sorgen soll
Dass du nie vergessen wirst
Ich werde dich nie vergessen
Das verspreche ich dir
Ich werde alles dafür tun
Dass du in meiner Erinnerung bleibst
Ich werde nie vergessen
Wie du lachen konntest
Du hast alle angesteckt
Sogar mich
Die fast nie gelacht hat
Nur gelächelt
Aber wenn du lächeltest
Das war einzigartig
Du konntest damit
So viel Mut und Kraft spenden
Mir damit die Angst nehmen
Dein Lächeln und deine Augen
Die waren so schön
Aus ihnen konnte man lesen
Wie aus einemoffenen Buch
Du hast nie gelernt
Eine Maske zu tragen
Du wolltest es nie lernen
Fast nie warst du traurig
Ernst nur wenn es sein musste
Du wusstest immer
Welche Reaktion passend war
Doch nicht zu perfekt
Wunderbar
Warum musstest du gehen
Warum du
Warum?
(Ida)

Abschiedsbrief
Lieber Ralf, ich weiß einfach nicht mehr weiter. Wie kann man sich nur so in eine Sackgasse rein rennen? Ich würde jetzt gerne mit dir reden – aber das geht nicht. Ich weiß nicht wie Oma, Opa und Mama dem Autofahrer verzeihen konnten. Ich weiß, es war ein Unfall aber trotzdem – wäre er nicht gewesen, würdest du noch leben und ich könnte mit dir reden. Das ist das schlimmste weißt du? Dass Mama mir oft sagt, wie ähnlich wir uns sind. Alle haben ein Bild von dir, einen Gedanken, ein Erlebnis – ich nicht. Als einzige. Und das mieseste dir gegenüber ist, dass ich mich zwar an das Eis erinnern kann, dass ich bei deinen Fußballspielen gegessen habe, aber nicht an dich. Und komm jetzt bloß nicht von wegen „Du warst noch klein“, ich habe trotzdem ein mega-schlechtes Gewissen! Ich würde gerne etwas über dich wissen aber wann immer ich Mama darauf anspreche fängt sie an zu weinen. Dann schäme ich mich für die Gedanken, dass ich die einzige bin, die noch an dich denkt. Ja, das denke ich. Wenn ich in Eckernförde bin, gehe ich immer zu deinem Grab und hoffe, dass ich irgendwie mit dir reden kann. Eine bescheuerte Hoffnung. Du bist tot. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich zum Beispiel deine Eltern einfach mit deinem Tod abgefunden haben – akzeptiert und weggelegt.
Wie sehr wünsche ich mir jetzt, dass du mir darauf antwortest. Ich würde so gerne wissen, ob du mir wirklich so ähnlich bist … und einmal mit dir auf Tour gehen.  Dich überzeugen, dass Handball besser ist als Fußball. Mehr als alles andere wünsche ich mir einen Tag mit dir. Im Koma liegend, als Nahtoderlebnis, die Wiederauferstehung Ralfs – dazu könnte ich dann sogar ein Buch schreiben! Sogar wenn ich dafür sterben muss will ich wissen wer du bist und mir mein eigenes Bild machen können! Ich muss versuchen dich aus den Schilderungen von Mama und Hannah zu rekonstruieren. Mein eigenes Bild hab ich nicht.
Es fällt mir so unendlich schwer Abschied zu nehmen da ich dich ja noch nicht einmal begrüßen konnte. Nein, es ist so nicht leichter. Es ist mindestens genau so schwer sich zu verabschieden.
Manchmal lebe ich einige Sachen nur für dich. Zum Beispiel hab ich das Klippenspringen für dich gemacht. Und bei der Mountainbiking-Tour habe ich mir vorgestellt wie du mir sagst „Komm schon! Du machst doch nicht jetzt schon schlapp!“ Ich weiß, das ist kindisch und dumm. Mein Gott, was würde ich geben deine Meinung dazu zu hören. Und wie gerne würde ich wissen, wie der Autofahrer nachts ruhig schlafen kann. Ich will dich einfach einmal wirklich sehen können, mit dir reden können. Ich freu mich darauf, dich im Tod endlich zu sehen. Aber bis dahin werde ich versuchen dich am Leben zu halten. Ich kann dich nicht gehen lassen! Das ist so egoistisch! Und verdammt warum sagst du nichts? Ach ja, du bist ja tot.
Ich hoffe, du kannst mir verzeihen. Dass ich mich nicht an dich erinnere. Dass ich nicht Abschied nehmen kann. Dass ich so eine Egoistin bin.
Deine Sara
PS: Ich muss irgendwo da oben einen guten Schutzengel haben - richte ihm von mir ein herzliches Dankeschön aus! Danke. 
(Yuka)


Weißt du noch?
Weißt du noch, wie wir uns kennengelernt haben?
Am ersten Tag in der neuen Klasse, ich eingeschüchtert von all dem neuen. Du hast dich neben mich gesetzt und einfach, wie es kleine Kinder so tun, gefragt:“Wollen wir Freunde sein?“
Weißt du noch, wie ich dich immer ein wenig aufgezogen habe?
Du hast nur gelacht und gesagt, dass ja nicht jeder so sein muss wie ich. Und das mit sieben Jahren.
Weißt du noch, was wir immer für Blödsinn gemacht haben?
Zaubertränke im Bad, ich hab immer nur umrühren dürfen.
Kartoffelpüree mit Ketchup gemischt und mit Salat gegessen. Gespielt, dass wir den nervigen kleinen Bruder auf die Herdplatte setzen, dabei hast du nur eine Schwester.
Weißt du noch, als ich dich bei deiner ersten Aufführung besucht habe?
Du hast dich so gefreut und wir hatten so viel Spaß, dass du beinahe deinen zweiten Auftritt verpasst hast. Ich blieb bis zum Schluss, im Auto fielen mir dann die Augen zu.
Weißt du noch, wie wir uns immer gestritten haben?
Du warst immer die Bestimmerin, warst bei unseren Spielen immer die Berühmte. Aber ich mochte dich trotzdem, geändert hast  du dich nie.
Weißt du noch, wie traurig wir über unsere Trennung waren?
Nach der dritten Klasse gingen wir auf getrennte Schulen, jeden Tag dachte ich an dich, doch ich konnte nicht verhindern, dass unser Kontakt immer weniger wurde. Ich wollte dich festhalten, doch du entferntest dich immer mehr.
Eine Zeit lang haben wir Briefe geschrieben und uns gewünscht, dass es immer so weiter geht.
Weißt du noch, wie du nicht versetzt wurdest?
Ich musste es über drei Ecken erfahren, du hast mir nichts gesagt. Du bist nicht zu mir ausheulen gekommen, obwohl du das gebraucht hättest.
Weißt du noch, als wir uns für lange Zeit das letzte Mal sahen?
Auf deiner Geburtstagsfeier, mit all deinen neuen Freundinnen. Ich spürte, dass ich da nicht reinpasste, aber ich ließ mir nichts anmerken. Wegen dir.
Weißt du noch, wie wir uns wiedergetroffen haben.
An diesem Tag dachte ich, es würde wieder so werden wie früher. Aber dieser Traum zerplatzte schnell. Es gab Leute, die wichtiger waren für dich und so war es bei mir auch. Leider, wir waren zu verschieden.
Was ist davon geblieben? Ist alles, was von unserer Freundschaft übergeblieben ist eine flüchtige Umarmung beim Treffen, und eine nichtssagende Ansichtskarte aus dem Urlaub? Ist das wirklich alles?
Weißt du noch, wir waren mal beste Freundinnen und für immer unzertrennlich.
Weißt du noch? 
(Ida)
 


Hoffnungstext(Offenbarung 21,1.3-5a)
unterlegt mit Musik aus „Gladiator“
Ich sah einen neuen Himmel
Und eine neue Erde,
denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,
und das Meer ist nicht mehr.

Und ich hörte eine große Stimme vom Thron her,
die sprach:
Siehe da,
die Hütte Gottes bei den Menschen!
Und er wird bei ihnen wohnen,
und sie werden sein Volk sein,
und er selbst,
Gott mit ihnen,
wird ihr Gott sein;

und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen,
und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Leid
noch Geschrei
noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen.

Und der auf den Thron saß, sprach:
Siehe,
ich mache alles neu!
(Hannah)
 

Freiheit, 24.Juni 2012

„Freiheit“ am 24.Juni 2012


Sicherlich könnt ihr auch durch die Texte stöbern, aber für alle interessierten nicht-Leser... einiges an Texten könnt ihr auch über dieses Video hören und sehen...


Viel Spaß, egal über welches Medium ihr nun dabei seid...

Freiheit

Was ist Freiheit eigentlich?
Stellt sich nicht fast jeder einmal diese Frage?
Aber ist Freiheit wirklich definierbar?
Freiheit ist doch für jeden etwas anderes,
oder kommt letzten Endes alles aufs Gleiche hinaus?
Für den einen ist doch Freiheit, wenn man unabhängig, uneingeschränkt und stark
tun und lassen kann, was man will.
Der nächste braucht Freunde, Liebe, Geborgenheit und eine Familie,
um Freiheitsgefühle entwickeln zu können.
Wieder einem andern reicht ein Waldspaziergang, um sich frei zu fühlen!
Ist Freiheit das Gleicht wie frei sein oder sich frei zu fühlen?
Ich denke, es ist relativ, für jeden etwas anderes.
Aber die Sehnsucht nach Freiheit verspürt doch jeder mal, oder?

(Krista)



Freiheit, was ist das

Freiheit fragte sie wo find ich sie und es gab tausende Menschen die ihr die Freiheit
versprachen doch die Freiheit die die andern ihr mitgaben engte sie nur ein so
beschloss sie die Freiheit nicht mehr zu suchen denn frei war sie nicht schon lange
nicht noch nie.
Schon wieder erwische ich mich wie ich von mir in der sie-form spreche, aber das ist
so schön dramatisch, so namenslos wie ich nun einmal bin
„Ich erinnere mich noch gut daran: Nachdem ich einer Freundin, der letzten, der ich
es erzählt habe, von meinen Wünschen berichtete, fragte sie mich während eines
Stadtbummels, ob ich denn jetzt frei sei. Ich nickte. Ja, heute bin ich frei.
Doch irgendwie geriet ich ins stocken. Ich behielt meine Fassung, versuchte meine
Augen fröhlich sein zu lassen. Doch das, was ich empfand war Sehnsucht.
Die Sehnsucht nach Freiheit , erloschen ist sie auch heute nicht, doch es wird wohl
kaum irgendwann so kommen, dass ich frei werde.
(Ida)


Freiheit

Freiheit – das hört sich sehr schön an. Freiheit – frei sein – tun und lassen was man will. Super. Wenn jeder diese absolute Freiheit hätte, wie wäre das wohl? Ich glaube, dass wäre ein Chaos. Wenn keiner mehr an einer roten Ampel stehen bleibt, weil er sich denkt:“Ich habe die Freiheit über diese Kreuzung zu fahren und lass
sie mir doch nicht von einer leuchtenden Metallstange einschränken.“ wäre das Freiheit?
Deshalb glaube ich, dass man Regeln braucht. Sozusagen Regeln in der Freiheit! Die ältesten und langlebigsten Regeln sind die zehn Gebote. In ihnen stehen z.B. „Du sollst nicht stehlen“ oder „Du sollst nicht töten“ Ist ja schon mal ein guter Anfang, denn wenn ich jemandem etwas stehle, nehme ich ihm die Freiheit, dieses Etwas zu besitzen. Oder wenn ich jemanden töte, nehme ich ihm sogar die Freiheit zu leben. Andererseits steht dort auch „Du sollst keinen anderen Gott ehren außer mir“
Aber wenn ich nicht den Gott verehren darf, den ich möchte, ist das dann Freiheit? Man merkt, dass selbst die 10 Gebote widersprüchlich sind. Also welche Regeln soll man denn befolgen? Das Grundgesetz oder das Bürgerliche Gesetzbuch oder doch den Knigge… Bei unseren Vorbereitungen sind wir auf einen Satz gestoßen, der uns sehr gefiel. „Die Grenzen der Freiheit sind dort, wo sie die der anderen einschränkt.“ Was soviel heißt wie „Man darf alles machen, außer das, was anderen schadet.“ Ich glaube, jeder sollte auf sich selbst gucken und bei allem was er tut an den Satz denken. Denn – was nützt Freiheit, wenn man sie alleine lebt!?
(Eiko)



Freiheit ist gar nicht so toll…

Freiheit genießen und auskosten klingt doch toll. Aber gibt es Freiheit immer und überall oder gibt es sie überhaupt? Und wenn es sie gibt, ist sie dann immer nur toll oder auch nicht oftmals negativ?
Besonders für die Jugendlichen ist Freiheit sehr wichtig. Meistens bedeutet Freiheit für sie Feiern gehen, keine Schule und Ferien. Obwohl man manchmal das Gefühl von Freiheit hat, kann man eigentlich trotzdem nicht wirklich von Freiheit sprechen. Freiheit wäre Freiheit, wenn man wirklich von allem befreit sein würde. Doch von einer Sache kann man niemals befreit sein: Von den eigenen Gedanken. Sie haben eine durchaus „fesselnde“ Wirkung. Und ein Zuviel an Freiheit kann auch schaden, denn wenn man nichts zu tun hat, keine Verpflichtungen oder Aufgaben einem anderen gegenüber, fühlt man sich vielleicht irgendwann unterfordert oder nicht wertgeschätzt
und kann im schlimmsten Fall auch depressiv werden.
(Regina&Angelika)


Freiheit ist wie fliegen

Freiheit
Vielleicht nur kurz, aber immerhin für einen Augenblick
In solchen Momenten könnte ich fliegen. Denn ich bin frei.
Entbunden von allen Lasten und Problemen. Ich bin glücklich.
Doch so geht es nicht allen.
Einige haben verlernt zu fliegen. Haben verlernt frei zu sein.
Sie haben die Hoffnung bereits verloren. Unterdrückt von all den schlimmen Dingen in ihrem Leben.
Sie können nicht mehr glücklich sein. Sie haben sich in ein Gefängnis eingesperrt, was sie sich selbst
gebaut haben.
Eigentlich könnten sie hoffen, doch all das Schlimme hat sie zu sehr verletzt. Sie haben den Willen
verloren. Den Glauben an die Freiheit. Sie haben verlernt zu vertrauen, haben verlernt zu fliegen.
Zumindest glauben sie das. Aber irgendwo ist es doch noch.
Das Vertrauen, die Liebe, die Hoffnung. Sie könnten versuchen, all das wieder zu finden, doch die
meisten tun es nicht.
Sie haben Angst ein Risiko einzugehen und sich damit anderen wieder zu öffnen. Vielleicht werden
sie ja irgendwann merken, dass sie sich damit nur selbst zerstören (schaden).
Denn Freiheit kann so vieles sein.
Ein Augenblick oder ein Tag
In die endlose Weite reiten…
Oder einfach nur lachen…
und irgendwann wird uns die Kraft wiederaus den Flügeln genommen…und wir stürzen ab.
Aber nicht für immer, denn wir wissen…dass uns jemand hält…
und sie wird wiederkommen (und dass sie wiederkommen wird)
(Pia)


Ich bin dann mal weg

Für manche mag Freiheit Grenzenlosigkeit bedeuten, Unabhängigkeit und die Macht, eigene
Entscheidungen treffen zu können, nach seinen Regeln zu leben und glücklich zu sein – für
immer, nicht nach Zeitvorgaben leben müssen Es kann ja sein, dass das auch Freiheit ist.
Aber ist Freiheit nicht auch in diesen kleinen Momenten In denen man einfach glücklich ist, in denen man nicht das Gefühl hat, dass man noch tausend Sachen erreichen muss, sondern vielmehr schon etwas erreicht hat? In denen man lächeln muss und das Herz einen Sprung macht. Kann Freiheit nicht viel eher in Momenten gefühlt werden, in denen man gebunden ist. Was ist denn, wenn man mit einem Freund einen Spaziergang macht… Man hat, obwohl es schön ist, eigentlich ja keinen Grund sich mega-glücklich und erst recht nicht frei zu fühlen.
Aber sind es nicht auch solche Momente, in denen wir nicht vom Alltag erdrückt werden, in
denen wir nicht an unsere Sorgen denken oder sie vielleicht sogar loswerden?
Ist es nicht unser Begleiter, der uns davor bewahrt, von unseren Gedanken vereinnahmt zu
werden?
Es mag Leute geben, die sagen „Es gibt keine Freiheit“ - sie können nicht frei sein, Freiheit ist
ein unerreichbares Ideal.
Doch das stimmt nicht. Zumindest nicht für mich.
Es mag sein, dass es für sie keine Freiheit gibt, doch für mich gibt es sie.
Oft bin ich gefangen, mir wird meine Freiheit genommen. Manchmal nehme ich sie mir auch selber.
Aber dann erlebe ich auch immer wieder Momente, in denen ich mit ganzem Herzen dabei
bin, in denen ich das Gefühl habe, ich könnte fliegen, die Welt umarmen.
Ich lebe, ich bin frei.
Habe das Gefühl gerade mitten in der Freiheit zu sein.
Es ist wunderschön, denn diese Augenblicke lösen meine Tränen,
dämpfen den Schmerz und dann kann ich manchmal alles vergessen.
Bin einfach mal weg.
Einfach mal weg sein – ist es nicht das, was viele sich wünschen?
Dem Alltag und der Realität zu entfliehen… Das „einfach mal weg-sein“ ist ihre Freiheit.
Sie wollen nicht mehr irgendwelchen Anforderungen genügen, nicht mehr nach einer Norm gemessen werden, nicht mehr in die Welt passen. Vielleicht wollen sie auch alle Bindungen loswerden. Aber bei diesen Leuten liegt die Betonung meist auf dem „mal“. Sie wünschen sich gar keine ewige Freiheit (ohne jede Bindung), sondern für einen Moment, um aus dem auszubrechen, was sie kaputt macht. Und sie haben recht. Es wäre wirklich schön,
wenn man sich „mal“ von allem entfernen könnte, allein wäre, ganz bei sich, sich selbst fühlen,
frei wäre. Nur leider verbieten wir es uns zu oft. Dabei wäre es so leicht, „einfach mal weg“ zu sein.
Aber eigentlich müsste es ja heißen „einfach mal da“.
Da sein, leben, frei sein.
Warum ist es dann trotzdem so schwer?
Warum schaffen wir es trotzdem nur so selten?
Warum brauchen wir so viel für die Freiheit?
Ist es nicht möglich, einfach frei zu sein, wenn man nichts hat?
(Ida)


Politische Freiheit

Wie Sie sehen: Es gibt viele Freiheiten.
Als wir uns überlegten, über welche wir sprechen wollten, war für mich schnell klar über
welche Freiheit ich sprechen will: Die politische Freiheit. Sie ist für mich der Überbegriff für unzählige andere Freiheiten in dieser „ver-regelten“ Welt. Die Freiheit zu leben wo man will,
zu sagen was man denkt, Mächtige in ihre Schranken zu weisen, selbst über Krieg und Frieden zu entscheiden, zu glauben an wen man glaubt… Ich muss wohl keinem sagen, dass auch sie eine Utopie ist. Wäre politische Freiheit selbstverständlich, gäbe es nur halb so viele schlechte Nachrichten jeden Abend im Fernsehen zu sehen und die Bild-Zeitung würde nicht mehr „Hurra, er ist tot! “ auf ihre Titelseiten drucken können. Aber auch diese Freiheit, die greifbarste unter den Freiheiten, stößt im Menschen an ihre Grenzen. Ein wunderbares, daueraktuelles Beispiel sind die wenigen Herrschenden, die ihren Völkern die Freiheit nehmen zu wählen, zu schreiben und zu sagen, was sie denken, zu kritisieren was ihnen missfällt und alle gleichberechtigt zu sein.
Bei den Worten „politische Freiheit“ denken viele an den „arabischen Frühling“, aber es gibt noch andere Orte an denen die politische Freiheit –oder eher Unfreiheit - deutlich wird. Und zwar auch in Ländern, wo sie selbstverständlich sein sollte. So hat man es in Amerika, dem Land der Freiheit, als Muslim extrem schwer, nicht ständig als Terrorist verdächtigt zu werden. Amerika – Religionsfreiheit:5. Menschenrechte in Guantanamo sowieso. Auch darf man vor Krieg und Terror nicht mehr nach Europa fliehen, denn für die meisten Flüchtlinge endet der Traum nach Freiheit hinter Stacheldraht in verdreckten Auffanglagern, ohne die Freiheit, in die Freiheit zu gelangen oder wenigstens wieder umzukehren.
- dazu empfehle ich den Artikel auf ZEIT-ONLINE: „Der Kinderknast von Lesbos“ Danach
werdet ihr meine Empörung verstehen. Es gibt noch viel mehr Orte, wo die Freiheiten, die sich als Politische Freiheit zusammenfassen lassen, missachtet werden und einem erst dadurch deutlich machen, wie wichtig sie sind und wie glücklich wir sein können zu leben, wo wir leben.
Ein Bild zum Schluss, dass für mich für Politische Freiheit steht:
Ein Mann sitzt alleine in einem großen Raum.
Vor ihm auf dem Tisch steht eine Schreibmaschine.
Der Mann beginnt zu schreiben,
da fällt der erste Schuss und trifft den schreibenden Mann.
Man kann das Blut auf seinem weißen Hemd sehen, aber er hört nicht auf.
Noch mehr Schüsse fallen.
Schließlich kann der Mann nicht mehr.
Er sieht einem in die Augen
und seine Hand tippt mit letzter Kraft den letzten Buchstaben.
In die schwarze Stille hört man eine Patronenhülse fallen,
gefolgt von den Worten „Freie Meinungsäußerung
bedeutet für viele Journalisten immer noch den Tod.“
Dies ist mein Sinnbild für Politische Freiheit und das Äußerste, was die Menschen bereit sind dafür zu tun.

Es gibt keine Freiheit - Frei bist du erst, wenn du tot bist

Sie haben jetzt schon einiges über Freiheit gehört: wie toll und leicht oder wie politisch Freiheit ist oder sein kann. Ich möchte Ihnen mal einen ganz anderen Gedanken anbieten: Freiheit gibt es nicht – höchstens im Tod. Dieser Gedanke wird jetzt wahrscheinlich von dem einen oder anderen als provokant abgetan werden, aber es ist halt auch eine Sichtweise – meine. Natürlich sage ich auch mal:“Ich will meine Freizeit.“ oder „Ich will frei sein.“ Aber dabei bleibt es dann auch. Für mich ist Freiheit ein Ideal, etwas, woran wir uns festhalten oder auf das wir hoffen – aber doch unerreichbar. Wenn ein Mensch frei ist und alles tut was er will, unterdrückt er die Freiheit der anderen. Wir können also nicht alle frei sein. Wenn einer frei ist, könnte es doch passieren, dass dieser dann ziemlich rücksichtslos wird, nur auf sich und seine Grenzenlosigkeit achtet
und die Bedürfnisse der anderen in den Hintergrund stellt.
Ist das erstrebenswert?
Will man das?
Wenn das der Preis der Freiheit ist, will ich das vielleicht nicht.
Ich möchte kein solch egoistischer Mensch sein.
Wenn wir aber sterben, sind alle Grenzen aufgehoben. Im Jenseits soll doch alles so leicht sein.
Vielleicht kann man dort frei sein. (Vielleicht gibt es dort die Freiheit, von der wir hier träumen.)
Ich kann mir nichts unter Freiheit vorstellen, weil ich noch nie frei war. Aber ich stelle es mir schön vor, wie etwas, auf das es sich lohnt sein Leben lang hinzuarbeiten. Vielleicht habe ich recht, vielleicht haben Sie Recht
Wer weiß es schon? Richtig – niemand.
(Sara)

Wo der Geist Gottes weht, ist Freiheit (2. Korinther 3,17)

Ich möchte mich auf die Bibelstelle 2. Korinther 3,17 „Wo der Geist Gottes weht, ist Freiheit“ beziehen. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten diesen Satz zu interpretieren, z.B. könnte man sagen, dass dort, wo an Gott geglaubt wird, dort wo eben ein Hauch von Gott weht, Freiheit ist! Man könnte sich allerdings noch zuvor fragen, wo Gott eigentlich ist. Auch dazu gibt es viele Meinungen, eine z.B. stammt auch aus der Bibel sie steht Matthäus 18, 20, sie lautet „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Aber Gott bzw. der Hauch und der Glaube an und von Gott, kann doch
auch bei einer Person sein, die Gott schätzt und respektiert, und trotzdem nicht vier mal im Monat in die Kirche geht oder sich in anderer Weise in „seinem Namen versammelt“, oder etwa nicht?
Wirft diese Definition bzw. dieser Einwurf dann nicht ein, dass jeder, der in die Kirche geht, an Gott glaubt etc. frei ist bzw. Freiheit genießt?
Wenn dem wirklich so ist, müsste man auch sagen was Freiheit überhaupt ist…
oder auch was frei sein bedeutet. Die Schwierigkeit allerdings in dieser Frage besteht darin, dass man nicht sagen kann so ist es und so nicht, sondern jeder kann für sich selbst seine Freiheit definieren, auf der anderen Seite gibt es auch die interessante Meinung, dass Freiheit nur ein Ideal ist, an dem/welchem man
Hoffnung sucht…
Solange man sich daran orientiert, dass es -freiheit gibt, sollte man auch berücksichtigen, dass es unterschiedliche Arten der Freiheit gibt… Dem einen reicht Meinungs-/Pressefreiheit aus um sich gut zu fühlen, ein anderer empfindet
Freiheit als die Möglichkeit ohne Vorschriften zu tun und zu lassen was man will!
Das Problem liegt nun aber darin, dass Gott einem vielleicht eine Form der Freiheit schenkt, die wir so nicht als Freiheit erkennen, sondern die wir vielleicht als Selbstverständlichkeit sehen, z.B. könnte es doch sein, dass Gott einem Gedankenfreiheit schenkt, sodass man denken und wollen kann, ohne dass definiert wird ob diese Gedanken nun falsch oder richtig sind, aber man das als eine Selbstverständlichkeit empfindet, kann es passieren, dass dieser Satz unverstanden bleibt, bzw. als Quatsch abgestempelt wird, nur weil man Dinge als z.B. Selbstverständlichkeit ansieht, die in anderen Gegenden ein großes Geschenk wären. Natürlich kann man nicht verlangen, dass Gott einem ein freies und unbeschwertes Leben bietet, nur weil man an ihn glaubt und ihm Ehre erweist… Man bekommt lediglich Unterstützung und Hoffnung darin in gewisser Weise frei zu sein, um in schwierigen Situationen wenigstens ein Funken Licht zu haben, man muss nur lernen Freiheit als die solche zu erkennen.
Fazit: Den Satz „Wo der Geist Gottes weht, ist Freiheit“ (2. Korinther 3,17) zu interpretieren bleibt jedem selbst überlassen, hilfreiche Fragen um die eigen Lösung zu finden wären z.B. Wie interpretiere ich Freiheit? Wo ist Gott?
und Welche Unterschiedlichen Arten der Freiheit gibt es Meine Interpretation dieses Satzes würde sein, dass dort wo man daran glaubt, dass Gott immer da ist, wo man daran glaubt, dass Gott einen liebt und man nicht überflüssig ist, dass dort, in welcher Form auch immer Freiheit ist, die man erst mal erkennen und später umsetzen und verbreiten sollte, sodass sich immer mehr Leute an einem kleinen Funken Freiheit erfreuen können und die Möglichkeit haben, ihn zu teilen, ihn zu vergrößern, ihn vermehren, und sich daran erfreuen können!

Erläuterung zu den Give Aways

Bei den Vorbereitungen für diesen Gottesdienst, ist uns schon sehr früh klargeworden, dass es nicht möglich ist, eine immer richtige Definition für Freiheit zu finden. Einfach deswegen weil Freiheit kein klar umrissener Begriff ist. Während unseren Gesprächen haben wir erst einmal gemerkt, wie verschieden wir Freiheit empfinden und das wir alle eine andere Antwort auf die Frage haben: was ist Freiheit. Manche hatten auch keine Antwort. Einige
unserer Vorstellungen waren sogar komplett gegensätzlich. Dazu kommt das die eigenen Vorstellungen, häufig ebenfalls sehr vielschichtig waren. Diese ganzen Freiheiten konnten wir gar nicht in diesen Gottesdienst bringen und selbst wenn wir es könnten, die tausend Facetten die Freiheit hat könnten wir noch immer nicht zeige, denn viele sind uns noch völlig unbekannt. Eigentlich ist es ein Großteil. Ich spreche von euren Auffassungen, denn sie werden wohl kaum bei euch allen unseren entsprechen. Und um das zu zeigen, das es nicht möglich ist zu sagen Freiheit ist... und das ist dann richtig, haben wir für euch alle ein
kleines „Mitgebsel“ vorbereitet, es ist ein kleiner Stein, dieser hat viele verschiedene Seiten, ebenso wie Freiheit auch. Außerdem wollen wir euch mit dem Stein zeigen, dass es ebenso viele Möglichkeiten gibt Freiheit zu suchen und zu finden, zu erleben, und zu fühlen, wie die Freiheit Facetten hat. Wir hoffen, dass ihr bereit seid andere Wege zu eurer Freiheit zu gehen, dass ihr die Kraft habt, wenn eine Suche nicht erfolgreich war, euch auf eine neue Suche zu
machen und andere Wege zu wählen. Alle Gesichter der Freiheit werdet ihr nicht kennenlernen, das sollte aber auch gar nicht euer Ziel sein. Das ihr eure ganz persönliche Freiheit kennenlernt, das wünsche ich euch und ich glaube das dies für fast jeden ein erreichbares Ziel ist. Auch wenn es nicht ganz einfach wird,
manchmal ist es jedoch einfacher als man es sich vorstellen kann und die Freiheit ist schon da, man muss dann nur noch seine Tür öffnen und die Freiheit hereinlassen.

Maskenball 4.März.2012

„Maskenball – Wo bin ich ich?“

Begrüßung des Schattens

Herzlich Willkommen, ehrenwerte Anwesende,
Wir freuen uns, dass ihr alle hier zu unserer Jugendkiste erschienen seid.
Bedauerlicherweise muss ich euch mitteilen, dass noch nicht alle Akteure unseres Maskenballes soweit sind. Ich bitte vielmals um Verzeihung für diese Verzögerung, aber ich denke, vielen von euch ist bestimmt bewusst, dass es wichtig ist, seine Maske nochmal zu überprüfen, bevor man unter Leute geht.
(Bei manchen ist es vielleicht gerade erst vor der Tür geschehen.)
Doch ganz gleich, ob sie - wie wir - heute mit Maske oder in natura erschienen sind: Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Hier sind sie:
(Schatten stellt die verschiedenen Darsteller/Masken einzeln/Paarweise vor,
während diese einziehen und sich vorn hinsetzen)

Die „über den Dingen – fass mich nicht an“

Oh, da hält sich jemand wohl für was Besseres. Wie sie daher kommt mit
dieser geheuchelten Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit. Natürlich: Das
stimmt schon fast wieder. Diese Maske ist ja praktisch ein Massenfabrikat.
Willst du damit abhaben, damit dir niemand zu nahe kommt?
Keine Sorge, man kann auch so sehen, dass das Gesicht nur gemalt wurde…

Der „Schläger“, der Typ mit der dicken Hose

Oh, soll ich jetzt Angst/Respekt vor dir haben? Scheint ja fast so.
Ein harter Kerl, dem keiner was kann.
Schon krass, wie weit man mit diesem „geh mir aus der Sonne“ Gesicht
kommt. Wie weit kämest du wohl, wenn dir jemand in dein anderes Auge
guckt, dass du da versteckst? Harte Schale, weicher Kern. Das müsstest
du doch wissen, dass das immer so ist. Aber du traust dich ja nicht, dir das
einzugestehen…

„das Opfer – alle sind gegen mich“

Da könnte man ja glatt Mitleid mit dir haben, ja du da hinten - an der Wand.
Gut, selbst ich bin auf dich hereingefallen und hatte Mitleid. Ich habe dich für ein richtiges Opfer gehalten. Aber du gehst zu sehr in deiner Rolle auf. Bist immer in der letzten Reihe, selbst wenn dir andere den Weg frei machen, drückst dich mit wehleidigem Gesicht herum, immer allein, immer geduckt, bis selbst der hilfsbereiteste Mensch aufgibt, die Mobber sind weitergezogen, haben kein Interesse an dir. Du bist nicht interessant für sie, für niemanden – aber ich höre sie reden: Weichei, der ist so erbärmlich…der kann gar nichts. Gratuliere, deine wehleidige, schützende Opfer-Maske geht auf. Die „hat eh keinen Zweck, alle sind gegen mich“ Taktik funktioniert.
Nur leider hast du dabei den aufrechten Gang verlernt…

Das „fröhliches Naiv-chen mit der rosaroten Brille“

Der Fall ist ja interessant! Hier will wohl jemand auffallen mit seiner enormen
Fröhlichkeit. Jemand, der alles auf die leichte Schulter nimmt und Probleme
stets durch die rosarote Brille sieht, falls überhaupt.
So jemand muss sich natürlich mit nichts ernsthaft auseinandersetzen.
So schlau siehst du mit der Maske ja gar nicht aus!

„die zwei Gesichter“

Gott, schon wieder so ein rückradloser Mensch. Schlimm genug, dass du eine Maske trägst, aber müssen es denn auch noch zwei gegensätzliche sein? Du hast wohl alles angenommen:
Leistungsschüler und Uninteressierte
Sportler und Faullenze
Cool und unscheinbar
Teufelchen und Engelchen
Ying und Yang
Für und Wider
…OK STOP!...
Ich schweife ab in Gefilde, denen du nicht gerecht wirst. Deine Wahrheit ist nüchterner: Du drehst dich mit dem Wind und damit drehst du dir selber den Strick. Vielleicht merkst du das auch selber und drückst dich deshalb am Rande herum, damit dir niemand so schnell auf die Schliche kommt.

Die „Party-girls“ cool ey!

Ah, da sind ja unsere Party-Löwen. Zu schnell wieder vergessen,
trotz eurer glitzernden Masken.
Habt ihr denn gar nichts Schönes oder Einmaliges an euch,
was euch auszeichnet? Oder ist es euch peinlich, dass was euch auszeichnet zu zeigen und ihr versucht es in der schillernden Welt der Feste, Partys und der Cocktails
zu verstecken. Ich persönlich kann Leute wie euch absolut nicht ausstehen.
Wenn ihr nichts anderes vorweisen könnt, als bis um zwei Uhr Nachts mit fremden Typen zu trinken, brauche ich mich mit euch nicht zu befassen! Obwohl – wenn die beiden montags total müde und fertig in die Schule kommen, können die mir schon wieder Leid tun…

Die „falsche Schlange“

Oh nein, du bist ja auch noch da! Gut, das war ja zu erwarten. Deine Population ist ja unter Jugendlichen weit verbreitet, nicht wahr, Schlange? Heuchelst zuerst Mitleid und Freundschaft vor, nur um dann jedem dem du begegnest die Geheimnisse und Probleme desjenigen zu erzählen, der dir vorher so viel Vertrauen entgegengebracht hat. Ist der Grund dafür dein Machthunger? Macht es dir Spaß, Menschen zu manipulieren? „Tolles“ Gefühl oder? Derjenige zu sein, der entscheidet, ob etwas öffentlich wird oder nicht. Und wenn dein Verrat bekannt wird, es am besten noch jemand anderem in die Schuhe schieben und selber ganz unschuldig tun. Oft genug funktioniert das sogar. Blöd nur, wenn die Leute irgendwann aufhören, dir etwas anzuvertrauen, weil sie doch misstrauisch geworden sind. Dann stehst du allein da.
Tja, niemand hat dich gezwungen, eine Schlange zu sein.
(Hannah)

Ich will nicht die sein,
die ihr aus mir gemacht habt,
sondern die, die ich einmal war,
die, die ich wirklich bin.
(zitiert von Hannah als Schatten)

„Ehrlich zu sich selbst sein“

„Anna kommt abends nach Hause“
(Ida setzt sich vor den Spiegel, um sich abzuschminken)
(Wimperntusche ab)
„Andere haben Respekt vor ihr, weil sie sich durchsetzen kann“
(Lippenstift ab)
“Die Unnahbare, alle mögen sie, sie hat den Ruf einer „Herzensbrecherin““
(Make-up und Puder ab) „Einfach perfekt! Jeder will so sein wie sie.“
(Ida am Spiegel seufzt lautlos mit deutlicher Körpersprache, unglücklich-trauriger
Blick)


Anna ist eigentlich unglücklich. Wer ist sie wirklich? Kann sie sich selbst eingestehen, dass sie weder unnahbar noch perfekt ist? Kann sie es sich eingestehen, dass das nur Masken sind, hinter denen sie sich verbirgt? Nein. Es ist sehr schwer, ehrlich zu sich selber zu sein – oder zu anderen. Beides hinterlässt Wunden. Ich meine: Wie fühlt es sich wohl an, wenn man sich gerade eingestanden hat, dass man sich nur etwas vorgespielt hat?... ? Wer bin ich denn nun? Entweder ich suche mich – was nur wenige machen – Oder ich lege mir wieder Masken zu, die sich vielleicht besser anfühlen. Bloß nicht schutzlos sein: Ein Jugendlicher ohne Maske ist ein potentielles Mobbing-Opfer oder ein Stück Knete. Halbfreunde, die meinen, dir helfen zu müssen und dir dabei -ohne es zu wissen, oder aber in vollem Bewusstsein – ihren Stempel aufdrücken. Man lässt sich nur etwas verformen, und schon entsteht daraus ein Wesen, das schon wieder nicht man selber ist.
Alles, was ich gar nicht sagen kann, hat Ernst Jandl in seinem Gedicht
„My own song“ zum Ausdruck gebracht:
Ich will nicht sein
So wie ihr mich wollt
Ich will nicht ihr sein
So wie ihr mich wollt
Ich will nicht sein wie ihr
So wie ihr mich wollt
Ich will nicht sein wie ihr seid
So wie ihr mich wollt
Ich will nicht sein wie ihr sein wollt
So wie ihr sein wollt
Nicht wie ihr mich wollt
Wie ich sein will will ich sein
Nicht wie ihr mich wollt
Wie ich bin will ich sein
Nicht wie ihr mich wollt
Wie ich will ich sein
Nicht wie ihr mich wollt
Ich will ich sein
Nicht wie ihr mich wollt will ich sein
Ich will sein
(Sara)

„Soll ich oder soll ich nicht?“


„Soll ich oder soll ich nicht, soll ich oder soll ich nicht.
Oh, das ist aber auch schwer.
Erst Tobi, dann Denis. Das ist zu viel.
Wie soll ich mich nur entscheiden?
Also noch mal von vorne: Tobi weiß es,
ich habe es ihm ja erzählt.
Und dann kam Denis und ihn mag ich ja auch irgendwie.
Aber er denkt ja ganz anders über mich.
Wenn er das erfährt, wie reagiert er dann wohl?
Entweder er hat kein Problem damit oder er erzählt es allen weiter. Also soll ich
es ihm nun sagen oder nicht?“
-
Geht es uns nicht oft so: Andere haben ein völlig falsches Bild von einem, aber man will trotzdem nicht, dass sie alles über einen wissen. Woher soll man wissen, was das Richtige ist? Wenn jemand alles über dich weiß und man sich dann streitet, kann das gewaltig nach hinten los gehen. Und wenn man gar nichts über den anderen weiß, ist das ja auch irgendwie langweilig. Woher soll man überhaupt wissen, ob der andere der Richtige für mein wahres, unmaskiertes Gesicht ist. Vielleicht findet er mich unter meiner Maske gar abscheulich. Ist es da nicht besser, die Maske aufzubehalten und einfach nur das zu machen, was die anderen auch machen? Dann könnten andere wieder falsch über einen denken.
Also Maske auf oder ab? …
(Eiko)


Da bin ich die
Dort bin ich jene
Bei ihr bin ich sie
Überall bin ich jemand
Aber wo bin ich ich?
(Ida, zitiert von Hannah als Schatten)

Pantomime

„Es jedem Recht machen wollen“ - andere imitieren, statt man selber zu sein

Sara steht in der Mitte
Skater kommt (Krista) Sara kriegt ein Board
Schnarchnase kommt (Ida) Sara kriegt ein Kissen
Beide treten von hinten an Sara heran
Cooler Sportler kommt (Tobias) Sara kriegt einen Basketball
Filmfreak kommt (Angelika) Sara kriegt eine DVD
Vier treten dichter an Sara heran
„Macker“ kommt (Eiko) Sara kriegt eine Sonnenbrille
Streberin kommt (Pia) Sara kriegt ein Mathebuch
Sechs treten noch dichter an Sara heran
Raucher kommt (Marvin) Sara kriegt eine Kippe
„Aktivist“ kommt (Regina) Sara kriegt eine Spendendose
Acht kommen Sara bedrohlich nah.
Sie dreht sich um,
sieht sich umringt von den Erwartungen der acht.
Diese stoßen sie weg, sie fällt,
begraben von den Dingen (Erwartungen) der anderen.
Die acht drehen sich teilnahmslos um,
gehen weg.
Der Schatten kommt,
trägt die Dinge ab, unter denen sie begraben ist.
Er hilft Sara auf.
Sie umkreisen sich Hand in Hand – langsam.
Der Schatten nimmt seine Kapuze ab.
Zeigt sich.




Ich trage keine maske
Ich verhülle mich nur
Damit mich die anderen
Nicht sehen
Und ich ihnen unter die masken
Sehen kann
Ich habe keine maske
Sondern eine kapuze
(Hannah, gesprochen von Hannah als Schatten)

Schattenmenschen

Der Schattenmensch, lateinisch Homo in umbra /auch/umbra homine bezeichnet Menschen, die sich im Hintergrund einer Gruppe aufhalten. Da er niemanden auffällt, ist er nicht gezwungen anderen etwas vormachen zu müssen, sondern kann sich innerhalb seines Radius relativ frei und natürlich bewegen.
Die meisten Menschen bemerken ihn nicht und sprechen ihn auch nicht an. Der Schattenmensch wird zwar von seinem Umfeld nicht wahr genommen, nimmt aber alle wahr und weiß auch z.B. über andere Leute und deren Probleme Bescheid. Der Schattenmensch beobachtet alle in Ruhe. Er setzt sich keine Maske auf und bleibt wie er ist, immer darauf bedacht, im Hintergrund zu bleiben.
Dadurch finden die anderen (die eine Maske tragen) auch keinen Zugang zu ihm. Ihr Lebensraum ist die öffentliche Bühne. Wenn der Schattenmensch aber zu viel von den Problemen eines anderen mitbekommt und der Mit-Leidens-Druck in ihm zu groß wird, kann es passieren, dass sich sein Gewissen regt, er seinen selbst gewählten Lebensraum verlässt und – in der Regel laut und deutlich – seine Meinung äußert. Dies führt in seinem Umfeld zu Verwirrung und Irritation. Die anderen fragen sich, woher der Schattenmensch all dieses über sie weiß, lehnen seine Argumentation aber oft, vielleicht aus Unsicherheit über den Grund für dieses plötzliche Engagement, ab. Nach einem solchen Ausbruch ist es für den Schattenmenschen unmöglich, komplett wieder in den Schatten zurückzukehren. Die andern Menschen wissen nun von seiner Anwesenheit und haben etwas/eine Erfahrung, woran sie ihn messen können. Dies mag der Grund dafür sein, warum nur wenige der Schattenmenschen diesen Schritt nach vorne wagen.
Alles in allem bleibt der Schattenmensch jedoch rätselhaft.
(Angelika)


„es ist nicht gut,
dass der mensch allein sei“
(zitiert von Hannah als Schatten)

Ehrlichkeit - Emotionale Erpressung . Warum?

Am letzten Abend unserer Klassenfahrt haben wir uns mit einigen Freunden in unserem Zimmer getroffen. Wir kamen zu dem Thema „Wahrheiten“. Jeder hat viel von sich preisgegeben. Abgemacht war, dass alles unter uns bleibt!! Aber am nächsten Tag kam eine Freundin aus der Runde zu mir und meiner besten Freundin und wollte von uns, dass wir uns jetzt auch immer mit ihr treffen und dass sie jetzt unsere beste Freundin sei. Außerdem wollte sie, dass meine Freundin und ich uns nun nicht mehr ohne sie treffen. Wir ignorierten ihre Albernheiten, aber sie stellte immer mehr Forderungen. Nach einiger Zeit sprachen wir einfach nicht mehr mit ihr. Doch dann fing sie an, allen zu erzählen, was auf der Klassenfahrt (im Vertrauen) besprochen worden war.
Sie machte sich lustig über uns und stellte uns bloß. Später bereute sie es aber offensichtlich. Sie stand mitten im Chemieunterricht, nannte unsere Namen und entschuldigte sich unter Tränen vor uns allen. Ich glaube nicht, dass ich ihr je völlig verzeihen oder eine vertrauensvolle Freundschaft mit ihr aufbauen kann. Meine anderen Freunde mobben sie jetzt, verbreiten Gerüchte und stellen auch sie bloß. Aber dann sind sie doch selber auch nicht besser als sie, oder? Jetzt frage ich mich oft, warum sie das getan hat. Eigentlich glaube ich nämlich nicht, dass sie es aus Boshaftigkeit oder Langeweile gemacht hat. Manchmal denke ich, sie wollte sich in den Mittelpunkt drängen, fühlte sich nicht wahrgenommen oder dass sie einfach zu den Coolen in der Klasse gehören wollte.
Jetzt ist sie ganz allein.
(Krista)


Ich denke also bin ich
Aber wenn ich sage
Was ich denke
Sind andere wieder traurig
Ehrlichkeit ist also
Etwas ganz schlimmes…
(Sara, zitiert von Hannah als Schatten)

Lügen – Selbstschutz
Die ganze Zeit heißt es: Lügen sind falsch Weil sie der Gesellschaft schaden Oder weil sie der Moral widersprechen Eigentlich treffen uns Lügen aber doch, weil damit UNS geschadet wird. Es trifft uns, weil ein Lügner falsche Tatsachen auf sich bezieht oder er täuscht
uns über das, was er wirklich denkt. Lügner schaffen sich eine Scheinwelt, mit der sie die anderen täuschen. Warum sie das tun? Vielleicht, um Aufmerksamkeit zu erregen oder weil sie einen Fehler begangen haben, den sie nicht zugeben können. Oder weil sie niemanden verletzen wollen. Vielleicht auch, weil sie den Wunsch haben, jemand anderen zu schützen (oder einfach, um geliebt zu werden? Anm.d.Red.) Diejenigen, die sich aber eine komplett andere Welt aufbauen
Die niemandem ihr wahres Gesicht zeigen, denen geht es meistens so, dass sie noch nicht mal vor sich selbst zeigen können, wer sie sind. Mag sein: Sie wollen sich vor etwas schützen oder sie wollen Erlebtes vergessen, oder wollen etwas geheim halten. Die heile Welt, die sie nach außen zeigen ist eine Welt, die sie gerne hätten. Vielleicht erfinden sie auch Lügen über sich, in denen sie vorgeben, ihnen wäre etwas passiert, aber sie könnten darüber nicht reden. Mitunter können sie
dann plötzlich weinen oder sie lassen es zu, dass sie wütend werden und ihre Verletztheit zeigen.
Das können sie, weil sie ja nicht sagen, worum es wirklich geht. Doch wenn diese Lügenwelt ins Wanken gerät, (wenn herauskommt, dass alles nur gespielt ist), sind solche Lügner schnell zum Wichtigtuer abgestempelt. Das Schwere wird abgetan und die heile Welt als wahr angenommen.
So ist dieser Ort, an dem man sein wahres Gesicht hätte zeigen können, zerstört. Klar, die Betrogenen sind verletzt, aber kann man dem Lügner vorwerfen, er hätte falsch gehandelt? Es war ganz sicher nicht richtig, aber vielleicht durchaus nachvollziehbar. Lügen ist manchmal sicher fies oder sogar hinterhältig. Lügen ist häufig unbedacht, aber ganz oft ist Lügen auch ein Schutzmechanismus. Wir wollen uns verstecken, wir zeigen uns von unserer sicheren Seite. Einer Maske, die höchstens durch eine neue ersetzt wird. Warum lassen wir immer weniger Menschen hinter unsere Maske gucken? Bei all der Versteckerei merken wir oft gar nicht, wie sehr wir uns selbst dabei schaden. Auch wenn wir uns nur schützen wollen, zerstören wir uns selbst, weil wir alles in uns hineinfressen. In solchen Momenten bräuchten wir dann jemanden, der unsere Gefühle annimmt, ohne Fragen zu stellen, ohne dass er es ausnutzt oder dass man sich dafür schämen muss. Wenn wir solche Menschen um uns haben, ist es vielleicht auch möglich, dass wir uns öffnen und unser Gesicht zeigen. Dann können wir uns wiederfinden und müssen nicht mehr lügen. Selbst dann nicht, wenn uns die Wahrheit verletzlich macht. Selbst dann, wenn die Wahrheit Abhängigkeit fordert. Unsere Masken abnehmen – das ist etwas, was kaum einer alleine tun kann. Es braucht jemanden, der unseren ganzen Schutzwall, unsere ganzen Lügen annimmt und uns auffängt. Aber kann das irgendeiner leisten?
Ich hoffe es. Und ich hoffe, dass es Menschen gibt, die den Mut finden, ihre Masken abzunehmen.
Ich wünsche mir, dass es Menschen gibt, die die Kraft haben, uns aufzufangen.


Von himmlischen Mächten... zwischen Himmel und Erde 05.06.2011


War ja klar: Ganz ohne Engel kommt auch die Juki nicht aus.
Und so kam, was kommen musste: Ein Engelgottesdienst angefüllt mit Botenengeln a la Gabriel, Schutzengeln und Weggefährten, Cherubimen und Puttenengeln ("Ach wie niedlich!"), lobpreisenden himmlischen Heerscharen und ganz menschlichen Vertretern dieser Zunft.
Im Predigt-Teil zeigten wir zur Vertiefung zwei Schnipsel aus "Der Himmel über Berlin" von Wim Wenders
(Persönliche Meinung:Viel besser als das US- Remake "Stadt der Engel".)

Und für euch haben wir hier noch einen Text von Uwe Seidel
(Ja, mal nichts selbst geschriebenes..:), den wir gegen Ende gelesen haben.
"Engel-Tage
manchmal wünsche ich, ein Engel käme
und nähme mich in die Arme,
wenn alle anderen mir die kalte Schulter zeigen.
Manchmal wünsche ich,
ein gutes Wort dringt an mein Ohr,
wenn die schlimmen Nachrichten meine Seele lähmen.
Manchmal wünsche ich, einen freundlichen Blick,
der mir begegnet,
wenn Blicke mich schneiden und wir aneinander erstarren.
Manchmal wünsche ich mir einen Engel,
der mich an die Hand nimmt
und mit einem Händedruck mich spüren lässt:
Ich bin mit dir
und für dich."
...
Abschluss-Aktion war "Give me a hug" - frei nach dem Motto: Menschen sind Engel mit einem Flügel - um zu fliegen müssen sie sich umarmen" und - natürlich- der Segen.
In diesem Sinne...