Trau Dich, 22.02.09

hierzu gibt es nicht sehr viel...

Wir waren zu dritt und es war unsere erste JuKi...

wir haben uns mit Zivilcourage beschäftigt und mit der Frage:

Was würde Jesus tun?

 
Gerichtsverhandlung um Jens

Gerichtsdiener und Richter gehen rein
Richter:Habe ich das richtig verstanden, dass es um Jens Meyer, 17 Jahre alt geht, weil er bei einer Blockade eines Atommülltransporters erwischt wurde?
Gerichtsdiener: Ganz genau.
Richter: Jens was bringst du zu deiner Verteidigung vor ?
Jens: Ich habe mehrmals Protestbriefe geschrieben, es hat aber nie etwas gebracht.
Richter macht sich Notizen.
Richter:Gut, das habe ich verstanden und um mir ein noch genaueres Bild von dir zu machen, werde ich einige aus deinem Bekanntenkreis zu dir befragen.
Gerichtsdiener führt einen Polizisten herein
Richter: Sie sind also der Polizist der Jens verhaftet hat?
Polizist. Ja
Richter: Wie ist denn die Verhaftung abgelaufen?
Polizist: Als ich ihn verhaften wollte, hat Jens sich zwar gewehrt, ist aber nicht gewalttätig geworden, sondern hat versucht mich mit Worten zu überzeugen .
Richter macht sich Notizen. Polizist geht.
Richter: Gerichtsdiener bringen sie mir den Lehrer von Jens herein.
Gerichtsdiener: Sehr wohl.
Gerichtsdiener bringt den Lehrer herein
Richter: Was können sie mir über Jens erzählen?
Lehrer:Jens ist ein durchschnittlicher Schüler und im Unterricht interessiert er sich vor allem, dann wenn es um soziale Fragen geht.
Richter: Und sonst?
Lehrer: Jens hat sich immer um die Außenseiter gekümmert.
Richter: Wann zum Beispiel?
Lehrer: In der 7.Klasse gab es einen Schüler, der von allen gehänselt wurde und obwohl Jens kein Klassensprecher war, hat er eine Versammlung durchgesetzt, nach der es dem Schüler besserging.
Richter macht sich Notizen
Richter: So, so, hole mir nun den Direktor.
Direktor: Jens ist mir nur negativ aufgefallen, ich weiß gar nicht, warum mein Kollege so begeistert von ihm ist!
Richter: Wann ist er denn negativ aufgefallen?
Direktor: Bei dem Projekt „Gewalt an Schulen“. Er hat behauptet, dass nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer Gewalt ausüben. Das ist so was von Quatsch. Keiner unserer Lehrer würde je einen Schüler schlagen.
Richter macht sich Notizen. Rektor geht
Richter: Jens, was sagst du dazu?
Jens: Beide übertreiben: Herr Müller positiv und der Direktor negativ.
Richter: Gerichtsdiener begleiten sie bitte die Pfarrerin herein.
Richter: Bei ihnen hat Jens also Konfirmandenunterricht gehabt?!
Pfarrerin: Ja und er war immer ganz bei der Sache und zwar immer sehr kritisch.
Richter: Wie meinen sie das?
Pfarrerin: Als wir über den Kirchgang gesprochen haben, hat er den Vorwurf geäußert, dass zwar viele Leute Sonntags in die Kirche gehen, sich aber im Alltag nicht sehr „christlich“ verhalten.
Richter macht sich Notizen. Pfarrerin geht.
Richter: Gerichtsdiener bringen sie die ehemalige Freundin herein.
Freundin kommt herein.
Richter: Clarissa Meyer,was hältst du von Jens.
Freundin: Zu Anfang war er ja ein ganz netter Typ aber nach den ersten Sommerferien habe ich Schluss gemacht.
Richter: Warum?
Freundin: Weil seine Sozialtour auch in den Ferien existierte. Ich wollte ja nach Mallorca aber er wollte nach Frankreich und bei einer Aktion gegen die Ölverschmutzung mitmachen. Ich sage ihnen, es waren keine Ferien. Das war Arbeit 12 Stunden den Strand von Öl befreien.
Richter macht sich Notizen.
Richter: Gerichtsdiener, ich glaube das reicht. Ich werde jetzt mit den Schöffen das Urteil besprechen.

Und für was würden sie sich entscheiden, wie soll Jens verurteilt werden


DAS URTEIL (rot)

Richter: Ich und meine Schöffen haben entschieden, dass Jens Meyer ein Vergehen begangen hat, dass bestraft werden muss.
Jens stöhnt auf
Richter: Jens wird als Strafe 200 Sozialstunden abarbeiten . Es geht nämlich nicht, das jeder der etwas nicht richtig findet etwas Kriminelles tut, trotzdem haben wir diese milde Strafe gewählt, weil Jens bisher noch keine Schwierigkeiten mit dem Gesetz hatte. Das nächste Mal wenn du dich gegen etwas wehren willst musst du andere Wege finden Widerstand zu leisten. Jens nimmst du das Urteil an.
Jens: Muss ich ja wohl.
Jens versucht zu lächeln
Richter: Okay und ab jetzt lass dir nie wieder was zuschulden kommen .


DAS URTEIL (grün)

Richter: Das Gericht hat entschieden das Jens Meyer zwar einen Fehler gemacht hat. Er hat aber mit einem guten Grund gegen das Gesetz verstoßen, darum werden wir Jens nicht bestrafen
Jens atmet erleichtert auf.
Richter: Aber Jens das nächste Mal musst du andere Wege finden Widerstand gegen ungerechte Zustände zu leisten. Du hast laut der Aussage von Zeugen bislang andere Lösungen gefunden dich für Mitmenschen und Umwelt einzusetzen. Da solltest du wieder ansetzen und dich nicht zu kriminellen Handlungen herablassen. Dann wirst du sicher einiges bewegen können
Jens: Klar!!!



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